Glossar Fadenlifting Begriffe A-Z für Fachanwender
Dieses Glossar liefert präzise Definitionen der wichtigsten Fachbegriffe im Fadenlifting – von Ankerpunkt bis Zugfaden. Ein kompaktes Nachschlagewerk für den Praxisalltag, das Ihnen hilft, Behandlungen fundiert zu planen und sicher durchzuführen.
- Verstehen Sie die Unterschiede zwischen PDO-, PCL- und PLACL-Fäden und deren spezifische Indikationen.
- Erfahren Sie, wie Zugfäden (COG) im Vergleich zu glatten Mono-Fäden für einen mechanischen Lifting-Effekt sorgen.
- Definieren Sie Schlüsselkonzepte wie Biostimulation, Kollagensynthese und Vektorplanung für Ihre Behandlungsstrategie.
- Finden Sie schnelle Erklärungen zu Applikationstechniken, Kanülentypen und wichtigen anatomischen Landmarken.

Einführung: Das Vokabular des Fadenliftings
Fadenlifting gehört zu den am schnellsten wachsenden Verfahren in der ästhetischen Praxis. Für die korrekte Indikationsstellung, die Materialauswahl und die Kommunikation mit Kollegen ist eine präzise Kenntnis der Terminologie unverzichtbar. Dieses Glossar dient als Nachschlagewerk für die wichtigsten Begriffe rund um resorbierbare Fäden. Es hilft Ihnen, Produktspezifikationen sicher zu interpretieren und Behandlungstechniken exakt zu benennen. Aus unserer Erfahrung zeigt sich: Ein fundiertes Verständnis der Fachbegriffe ist die Basis für sichere und effektive Ergebnisse. Vertiefende Informationen finden Sie auch in unserem Leitfaden für resorbierbare Fäden.
Fadenlifting Begriffe von A bis D
Grundlegende Konzepte und Materialien bilden das Fundament jeder Fadenlifting-Behandlung. Von der Verankerung im Gewebe bis hin zu den stimulierenden Effekten – diese Begriffe sollten Sie sicher beherrschen.
Ankerpunkt
Der Ankerpunkt bezeichnet eine stabile anatomische Struktur wie Faszien oder Periost, an der Zugfäden (COG-Fäden) fixiert werden. Die korrekte Platzierung ist entscheidend, um ein Verrutschen des Fadens und einen Wirkungsverlust zu verhindern. Techniken ohne festen Ankerpunkt werden als „Free-Floating“ bezeichnet.
Biostimulation
Die Biostimulation ist der sekundäre, aber ebenso wichtige Effekt des Fadenliftings. Das Fadenmaterial regt die Fibroblasten im Gewebe dazu an, vermehrt Kollagen und Elastin zu produzieren. Dieser Prozess führt über mehrere Monate zu einer sichtbaren Verbesserung der Hautstruktur und Festigkeit, die auch nach vollständiger Resorption des Fadens anhält. In der täglichen Praxis berichten viele Patienten, dass dieser Effekt sie oft mehr begeistert als das unmittelbare Lifting.
COG-Fäden (Widerhakenfäden)
COG-Fäden sind Zugfäden, die mit kleinen Widerhaken (Barbs) ausgestattet sind. Diese verhaken sich im Unterhautgewebe und ermöglichen eine mechanische Anhebung und Repositionierung von abgesunkenem Gewebe. Sie sind das Mittel der Wahl für Lifting-Effekte an der Jawline, den Wangen oder den Augenbrauen. Die Art und Anordnung der COGs – uni- oder bidirektional, Molding vs. Cutting – bestimmt die Zugkraft und Eignung des Fadens. Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Beitrag über glatte Fäden vs. Widerhakenfäden.
Dimpling
Dimpling bezeichnet sichtbare Hauteinziehungen entlang des Fadenverlaufs. Dies ist eine mögliche unerwünschte Nebenwirkung, die meist durch eine zu oberflächliche Platzierung, eine zu hohe Spannung oder eine unzureichende Mobilisierung des Gewebes nach der Implantation entsteht. In den meisten Fällen ist Dimpling temporär. Sanfte Massage korrigiert das Problem meist innerhalb weniger Tage.
Fadenlifting Begriffe von F bis L
Die technische Durchführung und die verwendeten Instrumente sind für den Behandlungserfolg ebenso wichtig wie das Fadenmaterial selbst. Diese Begriffe beschreiben zentrale Aspekte der Applikation und der biologischen Wirkung.
Free-Floating-Technik
Die Free-Floating-Technik ist eine Methode zur Platzierung von Zugfäden, bei der auf einen festen Ankerpunkt verzichtet wird. Die Fäden werden so im Gewebe platziert, dass sich die bidirektionalen Widerhaken gegenseitig stabilisieren und das Gewebe in der neuen Position halten. Diese Technik erfordert eine präzise Vektorplanung und eignet sich für Areale mit moderatem Lifting-Bedarf.
Gauge (G)
Gauge (G) ist die Maßeinheit für den Außendurchmesser der Kanüle oder Nadel, in der sich der Faden befindet. Anders als intuitiv erwartet, bezeichnet eine kleinere Gauge-Zahl einen größeren Durchmesser – 18G ist also dicker als 21G. Die Wahl des richtigen Gauges hängt von der Fadenstärke, dem Behandlungsareal und der gewünschten Stabilität ab. Eine große Auswahl an Kanülen für ästhetische Behandlungen finden Sie in unserem Shop.
Kollagenese
Kollagenese (auch Neokollagenese) ist der biologische Prozess der Neubildung von Kollagenfasern durch Fibroblasten. Beim Fadenlifting wird dieser Prozess gezielt durch das Einbringen der resorbierbaren Fäden angestoßen. Die Kollagenese ist die Grundlage für die langfristige Hautverjüngung und sorgt für eine nachhaltige Verbesserung der Hautqualität über Monate hinweg.
Kanüle (stumpf vs. scharf)
Fäden werden mittels scharfer Nadeln oder stumpfer Kanülen (blunt cannulas) eingeführt. Scharfe Nadeln ermöglichen einen präzisen Eintrittspunkt, bergen aber ein höheres Risiko für Hämatome und die Verletzung von Gefäßen oder Nerven. Stumpfe Kanülen gleiten sanfter durch das Gewebe, reduzieren das Trauma und sind oft die sicherere Wahl für die großflächige Einbringung von Fäden, insbesondere in vaskularisierten Arealen.
Fadenlifting Begriffe von M bis P
Die Materialwissenschaft ist das Herzstück des Fadenliftings. Die Unterschiede zwischen den Polymeren bestimmen die Wirkdauer, die Flexibilität und die Intensität der Biostimulation. Worauf sollte man achten? Hier finden Sie eine Übersicht der gängigsten Materialien.
Mono-Fäden
Mono-Fäden sind glatte, fadenförmige Monofilamente ohne Widerhaken. Ihr primäres Ziel ist nicht das mechanische Lifting, sondern die flächige Biostimulation und Hautverdichtung. Sie werden in einem Gittermuster (Mesh) in die Dermis eingebracht, um ein stützendes Kollagennetzwerk aufzubauen. Sie eignen sich hervorragend zur Behandlung von feinen Linien, zur Verbesserung der Hauttextur und zur Straffung von Arealen wie dem Hals oder den Wangen.
PDO (Polydioxanon)
Polydioxanon (PDO) ist das am längsten etablierte und am häufigsten verwendete Material für resorbierbare Fäden. Es ist ein biokompatibles, abbaubares Polymer, das seit Jahrzehnten als chirurgisches Nahtmaterial bekannt ist. PDO-Fäden bieten eine gute Zugfestigkeit und eine starke Kollagenstimulation. Die vollständige Resorption erfolgt durch Hydrolyse in der Regel innerhalb von 6 bis 8 Monaten. Entdecken Sie unsere Auswahl an hochwertigen Bijou PDO-Fäden.
PCL (Polycaprolacton)
Polycaprolacton (PCL) ist ein weicheres und flexibleres Material als PDO. Es zeichnet sich durch eine deutlich längere Resorptionszeit von bis zu 24 Monaten aus. Dies ermöglicht eine langanhaltende Biostimulation und ein nachhaltiges Ergebnis. Aufgrund seiner Elastizität eignet sich PCL gut für dynamische Areale des Gesichts und wird von vielen Anwendern für seine geschmeidigen Eigenschaften geschätzt.
PLACL & PLLA
PLLA (Polymilchsäure) ist ein potenter Kollagenstimulator, bekannt aus Biostimulatoren wie Sculptra. Die Resorptionszeit liegt bei etwa 12 bis 18 Monaten. PLACL ist ein Hybrid-Copolymer aus PCL und PLLA (Poly-L-Lactid-co-ε-Caprolacton), das die Vorteile beider Materialien vereint: die Langlebigkeit und starke Kollagenstimulation von PLLA mit der Flexibilität von PCL. Dies macht aqulift PLACL Fäden zu einer modernen und vielseitigen Option.
Fadenlifting Begriffe von R bis V
Die erfolgreiche Anwendung von Fäden basiert auf anatomischem Wissen und einer durchdachten Strategie. Diese Begriffe beschreiben das Zielgewebe, die Wirkmechanismen und die Planung, die für ein optimales Ergebnis unerlässlich sind.
Resorbierbar
Resorbierbar bedeutet, dass das Fadenmaterial vom Körper auf natürliche Weise, meist durch Hydrolyse, abgebaut wird, ohne permanente Rückstände zu hinterlassen. Dies ist ein entscheidender Sicherheitsvorteil gegenüber permanenten Fäden, da das Risiko von Langzeitkomplikationen wie Abstoßungsreaktionen oder sichtbaren Fäden bei fortschreitender Hautalterung minimiert wird.
SMAS
Das Superficial Musculoaponeurotic System (SMAS) ist eine faser-muskuläre Schicht unter der Haut, die eine entscheidende Rolle bei der Gesichtsalterung spielt. Ein effektives Fadenlifting zielt darauf ab, das SMAS zu fassen und zu repositionieren, um einen natürlichen und langanhaltenden Lifting-Effekt zu erzielen, der über eine reine Hautstraffung hinausgeht. Eine präzise Kenntnis der Lage des SMAS ist für den Anwender unerlässlich.
Traktionseffekt
Der Traktionseffekt beschreibt die unmittelbare, mechanische Anhebung des Gewebes durch den Zug, den COG-Fäden ausüben. Dies ist der Soforteffekt, den Patienten direkt nach der Behandlung sehen können. Die Stärke des Traktionseffekts hängt von der Fadenstärke, der Anzahl und Art der Widerhaken sowie der gewählten Technik und Verankerung ab.
Vektorplanung
Die Vektorplanung ist die strategische Festlegung der Richtung und des Verlaufs der Fäden vor der Behandlung. Der Anwender analysiert das Gesicht des Patienten und zeichnet die Vektoren an, entlang derer die Fäden platziert werden, um die gewünschte Heberichtung und Konturierung zu erreichen. Eine sorgfältige Vektorplanung ist der Schlüssel zu einem harmonischen und individuellen Behandlungsergebnis. In der Praxis hat sich gezeigt: Zeit, die hier investiert wird, zahlt sich unmittelbar im Ergebnis aus.
Qualität und Weiterbildung im Fadenlifting
Die Beherrschung der Fachterminologie ist der erste Schritt zu exzellenten Ergebnissen. Der zweite ist die Wahl von zertifizierten, hochwertigen Produkten und die kontinuierliche Weiterbildung in den neuesten Techniken. Bei SamaDerm finden Sie ein sorgfältig kuratiertes Sortiment an Fadenlifting-Produkten führender Hersteller. Investieren Sie in Ihre Expertise und die Sicherheit Ihrer Patienten. Informieren Sie sich auch über unser Angebot an professionellen Schulungen, um Ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet des Fadenliftings weiter zu vertiefen.
Häufig gestellte Fragen zum Fadenlifting Glossar
Was ist der Zweck eines Glossars für Fadenlifting Begriffe A-Z?
Ein solches Glossar dient als umfassendes Nachschlagewerk für professionelle Anwender. Es sichert ein einheitliches Verständnis der Fachterminologie und unterstützt Sie bei der korrekten Produktauswahl sowie der präzisen Kommunikation über Behandlungstechniken und Indikationen.
Welche Rolle spielt das Material wie PDO oder PCL bei den Fachbegriffen?
Das Material ist ein zentraler Begriff, da es Eigenschaften wie Resorptionsdauer und Stimulationseffekt definiert. Die Kenntnis von Polydioxanon (PDO) oder Polycaprolacton (PCL) ist entscheidend, um den richtigen Faden für die jeweilige Indikation und das Behandlungsziel auszuwählen.
Wie unterscheiden sich die Fadenarten wie ‚Cog‘, ‚Screw‘ und ‚Mono‘?
Diese Begriffe definieren die Struktur und primäre Funktion des Fadens. Mono-Fäden (glatt) dienen der Biostimulation, während Screw- (spiralförmig) und Cog-Fäden (mit Widerhaken) für den Volumenaufbau und einen sofort sichtbaren mechanischen Lifting-Effekt konzipiert sind.
Wie hilft mir das Fadenlifting Glossar bei der Produktauswahl für meine Praxis?
Unser Glossar für Fadenlifting Begriffe erklärt Ihnen die Spezifikationen und Anwendungsbereiche der verschiedenen Fäden. Dies erleichtert Ihnen die Auswahl der optimalen Produkte für die spezifischen Bedürfnisse und Behandlungsziele Ihrer Patienten und Kundinnen.
Was bedeuten Kennzeichnungen wie ‚USP‘ oder ‚Kanülentyp‘ im Fadenlifting?
Dies sind essenzielle Qualitäts- und Spezifikationsmerkmale. USP (United States Pharmacopeia) definiert die genormte Fadenstärke, während der Kanülentyp (z.B. L-Typ) die Applikationsmethode und das Verletzungsrisiko beeinflusst. Beide sind für die Sicherheit entscheidend.
Wo finde ich qualifizierte Schulungen zu Fadenlifting Begriffen und Techniken?
Spezialisierte Anbieter und Fachgesellschaften bieten zertifizierte Workshops für qualifiziertes Fachpersonal an. Ein tiefes Verständnis der im Glossar erklärten Begriffe ist die Voraussetzung für die Teilnahme und den sicheren Praxiseinsatz. Kontaktieren Sie uns gern für Informationen.
Glossar: Wichtige Fadenlifting Begriffe auf einen Blick
- Biostimulation
- Induziert durch abbaubare Fäden eine gezielte Neokollagenese und Fibrosierung im Gewebe. Dieser Prozess verbessert die Hautstruktur und -festigkeit nachhaltig.
- Cog-Fäden (Zugfäden)
- Mit Widerhaken (Cogs) versehene Fäden, die sich im Gewebe verankern. Sie erzeugen einen sofortigen mechanischen Lifting-Effekt durch gezielte Traktion.
- Kanüle, stumpf
- Ein Instrument mit abgerundeter Spitze zur atraumatischen Einführung der Fäden. Sie minimiert das Risiko von Gefäß- und Nervenverletzungen im Vergleich zur Nadel.
- Kollagenese
- Die körpereigene Neubildung von Kollagenfasern, die durch die Präsenz der Fäden im Gewebe angeregt wird. Sie ist der Schlüssel zur langfristigen Hautstraffung.
- PDO (Polydioxanon)
- Ein biokompatibles, vollständig resorbierbares Nahtmaterial. Es wird seit Jahrzehnten in der Chirurgie verwendet und löst sich nach ca. 6-8 Monaten auf.
- PCL (Polycaprolacton)
- Ein resorbierbares Polymer mit einer längeren Abbauzeit als PDO (bis zu 24 Monate). Es bietet eine langanhaltende Biostimulation und Volumeneffekte.
- PLLA (Poly-L-Milchsäure)
- Ein synthetisches, abbaubares Polymer, das eine starke Kollagenstimulation bewirkt. Die Resorptionszeit liegt bei etwa 12-18 Monaten.
- Traktionsvektor
- Die exakt geplante Zugrichtung, in die das Gewebe durch die Cog-Fäden verlagert wird. Die korrekte Vektordefinition ist entscheidend für das ästhetische Ergebnis.