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Croma PolyPhil-Linie – Eye, Skin, Hair, Next im direkten Vergleich

Die PolyPhil-Reihe von Croma umfasst vier spezialisierte PDRN-Präparate für unterschiedliche Behandlungsareale und Indikationen. Dieser Vergleich zeigt, welche Variante sich für Augenpartie, Gesichtshaut, Kopfhaut oder kombinierte Regeneration eignet – mit konkreten Hinweisen zu Konzentrationen, Sitzungsprotokollen und Patientenkommunikation aus der täglichen Praxis.

Überblick: Die vier PolyPhil-Varianten im Produktportfolio

Croma hat seine PolyPhil-Linie gezielt nach Behandlungsarealen und Patientenbedürfnissen ausdifferenziert. Alle vier Präparate basieren auf Polynukleotiden (PDRN), unterscheiden sich jedoch in Konzentration, Viskosität und empfohlener Injektionstechnik. In der täglichen Praxis bedeutet das: Behandler:innen wählen nicht mehr nach Bauchgefühl, sondern nach anatomischer Region und gewünschtem Regenerations-Schwerpunkt.

Die Produktfamilie umfasst PolyPhil Eye für die Augenpartie, PolyPhil Skin für Gesicht und Hals, PolyPhil Hair für die Kopfhaut sowie PolyPhil Next als jüngste Variante mit höherer PDRN-Konzentration. Jede Formulierung folgt einem eigenen Sitzungsprotokoll. Aus unserer Erfahrung schätzen viele Anwender die klare Produktdifferenzierung – sie erleichtert die Beratung und reduziert Unsicherheit bei der Präparatewahl.

Gemeinsame Wirkstoffbasis: PDRN-Moleküle unterschiedlicher Kettenlänge

Alle PolyPhil-Produkte enthalten Polynukleotide mit Molekulargewichten zwischen 50 und 1500 kDa. Diese Kettenlängen-Verteilung aktiviert Adenosin-Rezeptoren in Fibroblasten und Endothelzellen, fördert Kollagen-Typ-I-Synthese und moduliert Entzündungsmediatoren. Der Wirkmechanismus bleibt über die gesamte Linie identisch; die Unterschiede liegen in Dosis, Vehikel-Zusammensetzung und Injektionstiefe. Wer tiefer in die molekularen Grundlagen einsteigen möchte, findet Details im Beitrag PDRN in der ästhetischen Medizin.

PolyPhil Eye – Spezialisierung auf die Augenpartie

PolyPhil Eye wurde speziell für die dünne, gefäßreiche Haut um die Augen entwickelt. Die Konzentration liegt bei 10 mg/ml PDRN. Die niedrigere Viskosität erlaubt eine feine Verteilung in der oberflächlichen Dermis ohne sichtbare Depots. Typische Indikationen sind dunkle Augenringe, feine Knitterfältchen und beginnende Volumenverluste im infraorbitalen Bereich.

In der Praxis hat sich gezeigt: Die Behandlung wird als nahezu schmerzfrei wahrgenommen. Wir injizieren mit 32G- oder 33G-Kanülen in multiplen Mikroinjektionen entlang des Orbitarandes. Die empfohlene Sitzungsanzahl beträgt drei bis vier Termine im Abstand von zwei Wochen, gefolgt von Auffrischungen alle vier bis sechs Monate. Patient:innen bemerken meist nach der zweiten Sitzung eine sichtbare Aufhellung und Straffung. Schwellungen sind selten und klingen innerhalb von ein bis zwei Stunden ab.

Patientenkommunikation bei Augenbehandlungen

Viele Patienten fragen, ob PolyPhil Eye „wie Filler“ wirkt. Hier ist Klarheit wichtig: Es handelt sich nicht um volumetrischen Aufbau, sondern um Geweberegeneration. Die Haut wird dicker, elastischer, besser durchblutet – aber es entsteht keine sofortige Volumen-Projektion wie bei Hyaluronsäure. Aus Sicht der Praxis empfiehlt sich eine realistische Erwartungshaltung: Ergebnisse zeigen sich progressiv über Wochen, nicht sofort nach Injektion. Weitere Hinweise zur PDRN-Anwendung im Augenbereich finden sich im entsprechenden Detailbeitrag.

PolyPhil Skin – Gesichtsregeneration mit mittlerer Konzentration

PolyPhil Skin enthält 20 mg/ml PDRN und richtet sich an Gesicht, Hals und Dekolleté. Die Formulierung eignet sich für lichtgealterte Haut, großporige Areale, feine Linien und ungleichmäßigen Teint. Im Vergleich zu Eye ist die Viskosität etwas höher, was eine gleichmäßige Verteilung in der mittleren Dermis ermöglicht.

Typischerweise behandeln wir mit drei Sitzungen im Abstand von drei Wochen. Die Injektionstechnik variiert je nach Areal: Im Gesicht nutzen wir häufig die Nappage-Technik mit 30G-Kanülen, am Hals bevorzugen manche Kollegen lineare Retrograde-Injektionen mit stumpfer Mikrokanüle. Patient:innen berichten nach der ersten Sitzung oft von einem „frischeren“ Hautbild; die eigentliche Texturverbesserung wird nach vier bis sechs Wochen deutlich.

Kombination mit Hyaluronsäure-Skinboosters

Aus unserer Erfahrung lässt sich PolyPhil Skin gut mit klassischen Hyaluronsäure-Skinboosters kombinieren. Während HA vor allem Hydratation und sofortige Glow-Effekte liefert, wirkt PDRN auf Kollagen-Neubildung und Gefäßregeneration. Viele Praxen bieten beide Wirkstoffe in einer Sitzung an – entweder gemischt oder sequenziell injiziert. Die Synergie ist spürbar: HA sorgt für unmittelbare Straffung, PDRN für langfristige Hautverdickung.

PolyPhil Hair – Kopfhaut-Behandlung bei diffusem Haarausfall

PolyPhil Hair ist mit 20 mg/ml PDRN konzentriert und für die Kopfhaut optimiert. Indikationen umfassen androgenetische Alopezie (Grad I–II nach Ludwig/Norwood), diffusen telogenen Haarausfall und Haardichte-Verlust nach Schwangerschaft oder Stress. Die Injektionen erfolgen intrakutan in die betroffenen Areale, typischerweise Scheitelregion und frontoparietale Zonen.

Das Standard-Protokoll sieht vier Sitzungen im Abstand von zwei Wochen vor, gefolgt von monatlichen Auffrischungen über drei bis sechs Monate. Patient:innen bemerken meist nach acht bis zwölf Wochen eine Zunahme der Haardichte und Reduktion des Haarausfalls. Die Behandlung wird als moderat schmerzhaft empfunden; viele Praxen nutzen Vibrationsgeräte oder topische Anästhetika zur Komfortsteigerung.

Realistische Erwartungen bei Haarausfall-Behandlungen

Worauf sollten Praxen achten? Wichtig ist die Aufklärung: PDRN ersetzt keine medikamentöse Therapie bei ausgeprägter androgenetischer Alopezie. Es handelt sich um eine adjuvante Maßnahme, die Haarfollikel-Mikroumgebung verbessert, aber keine vollständig miniaturisierten Follikel reaktiviert. In der Patientenkommunikation hat sich bewährt, PolyPhil Hair als „Unterstützung für vorhandene Follikel“ zu beschreiben – nicht als Wundermittel gegen fortgeschrittenen Haarausfall.

PolyPhil Next – Neueste Generation mit erhöhter PDRN-Dosis

PolyPhil Next stellt die jüngste Entwicklung dar und enthält 40 mg/ml PDRN – doppelt so viel wie Skin und Hair. Die höhere Konzentration zielt auf intensivere Regenerations-Effekte bei stark lichtgealterter oder atrophischer Haut. Croma positioniert Next als Premium-Variante für anspruchsvolle Behandlungen im Gesicht, Hals und an den Händen.

Aus Sicht der Praxis bedeutet die höhere Dosis: potenziell stärkere Wirkung, aber auch erhöhtes Risiko für transiente Entzündungsreaktionen. Viele Anwender berichten von leicht verlängerter Rötung und Schwellung im Vergleich zu Skin. Das empfohlene Protokoll umfasst drei Sitzungen im Abstand von vier Wochen. Die Injektionstechnik bleibt identisch zu Skin – Nappage oder lineare retrograde Technik, je nach Areal.

Wann Next statt Skin wählen?

Typische Beobachtung im Behandler-Alltag: Next eignet sich für Patient:innen mit ausgeprägter Photodamage, tiefen Knitterfältchen oder nach multiplen Laser-Resurfacings, bei denen die Haut dünn und atrophisch wirkt. Für jüngere Haut mit leichter Alterung reicht Skin meist aus. Die Entscheidung hängt weniger vom Alter als vom Hautzustand ab. In Zweifelsfällen starten viele Praxen mit Skin und wechseln bei unzureichender Reaktion auf Next.

Direkte Vergleichstabelle: Indikation, Konzentration, Protokoll

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Unterschiede zwischen den vier PolyPhil-Varianten zusammen. Sie dient als Orientierung für die Präparatewahl in der Praxis.

Präparat PDRN-Konzentration Primäre Indikation Sitzungsanzahl Intervall Preis-Niveau (relativ)
PolyPhil Eye 10 mg/ml Augenpartie, dunkle Ringe, feine Linien 3–4 2 Wochen €€
PolyPhil Skin 20 mg/ml Gesicht, Hals, Dekolleté, Lichtschäden 3 3 Wochen €€€
PolyPhil Hair 20 mg/ml Kopfhaut, diffuser Haarausfall, Haardichte 4 + monatliche Auffrischung 2 Wochen (initial) €€€
PolyPhil Next 40 mg/ml Ausgeprägte Photodamage, atrophische Haut 3 4 Wochen €€€€

Was bedeutet das konkret? Eye eignet sich für sensible, dünne Haut mit niedriger Injektionsmenge pro Areal. Skin deckt die meisten Gesichtsbehandlungen ab und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Hair ist spezialisiert und erfordert längere Behandlungszyklen. Next kommt bei schweren Fällen zum Einsatz, wenn Skin keine ausreichende Verbesserung bringt.

Kombinationsstrategien in der Praxis

Viele Behandler:innen kombinieren mehrere PolyPhil-Varianten in einer Sitzung. Beispiel: Eye für die Augenpartie, Skin für Wangen und Stirn. Oder Next für stark geschädigte Wangen, Skin für Hals und Dekolleté. Die Präparate lassen sich problemlos mischen oder sequenziell injizieren. Aus unserer Erfahrung erhöht diese Flexibilität die Patientenzufriedenheit – jedes Areal erhält die optimal dosierte Formulierung.

Häufige Fragen aus der Praxis

Kann ich PolyPhil Eye und Skin in einer Sitzung kombinieren?

Ja. Viele Praxen injizieren Eye periorbital und Skin im restlichen Gesicht während derselben Behandlung. Die unterschiedlichen Konzentrationen sind kein Hindernis – wichtig ist nur, die Injektionstiefen korrekt zu wählen und die Gesamtmenge pro Areal nicht zu überschreiten.

Wie unterscheidet sich PolyPhil Next von anderen hochdosierten PDRN-Produkten wie AEVIJU PLUS?

PolyPhil Next enthält 40 mg/ml PDRN, AEVIJU PLUS ebenfalls 40 mg/ml. Der Hauptunterschied liegt in der Molekulargewichts-Verteilung und Vehikel-Zusammensetzung. In der täglichen Praxis zeigen beide ähnliche Ergebnisse; die Wahl hängt oft von Verfügbarkeit, Preis und persönlicher Präferenz ab.

Ist PolyPhil Hair auch bei vernarbender Alopezie wirksam?

Nein. Bei vernarbender Alopezie sind die Haarfollikel irreversibel zerstört. PolyPhil Hair kann nur vorhandene, wenn auch miniaturisierte Follikel unterstützen. Für vernarbende Formen bleibt die chirurgische Haartransplantation die einzige Option.

Wie lange halten die Ergebnisse nach einer kompletten PolyPhil-Serie?

Typischerweise sechs bis zwölf Monate, abhängig von Präparat, Hautzustand und Lebensstil. Eye und Skin erfordern meist halbjährliche Auffrischungen, Hair monatliche Erhaltungsbehandlungen über drei bis sechs Monate, Next zeigt oft längere Effekte – bis zu zwölf Monate bei guter Hautkondition.

Können Patient:innen nach PolyPhil-Injektionen sofort Make-up auftragen?

Aus Sicht der Praxis empfehlen wir eine Make-up-Pause von sechs bis zwölf Stunden, um Infektionsrisiko und mechanische Reizung zu minimieren. Sport sollte für 24 Stunden pausiert werden. Die meisten Patient:innen sind nach wenigen Stunden gesellschaftsfähig.

Welches Protokoll eignet sich für Erstanwender, die noch keine Erfahrung mit PDRN haben?

Für den Einstieg empfiehlt sich PolyPhil Skin im Gesicht – drei Sitzungen, drei Wochen Abstand, moderate Dosis. Das Nebenwirkungsprofil ist überschaubar, die Ergebnisse gut sichtbar. Nach positiver Erfahrung können Behandler:innen auf Eye oder Next erweitern. Detaillierte Protokolle finden sich im Beitrag zu PDRN-Behandlungsprotokollen.

Glossar

PDRN (Polydeoxyribonukleotid)
Polynukleotid-Fraktion mit Molekulargewicht 50–1500 kDa, gewonnen aus Lachssperma. Wirkt über Adenosin-Rezeptor-Aktivierung regenerativ auf Fibroblasten und Endothelzellen.
Nappage-Technik
Injektionsmethode mit multiplen oberflächlichen Mikroinjektionen in kurzen Abständen, typischerweise 0,5–1 cm. Erzeugt gleichmäßige Wirkstoffverteilung in der oberen Dermis.
Retrograde Injektion
Technik, bei der die Kanüle eingeführt und während des Zurückziehens injiziert wird. Reduziert Einstichstellen und ermöglicht lineare Depots.
Telogener Haarausfall
Diffuser Haarverlust durch vorzeitigen Übergang von Haarfollikeln in die Ruhephase (Telogen). Häufig nach Stress, Schwangerschaft oder Medikamenten-Einnahme.
Androgenetische Alopezie
Genetisch bedingte, hormonabhängige Form des Haarausfalls. Zeigt sich bei Männern als Geheimratsecken und Tonsur, bei Frauen als diffuse Ausdünnung im Scheitelbereich.
Photodamage
UV-bedingte Hautschädigung mit Kollagenabbau, Elastose, Pigmentverschiebungen und Teleangiektasien. Klinisch sichtbar als Falten, Flecken und raue Textur.
Fibroblasten
Bindegewebszellen, die Kollagen, Elastin und extrazelluläre Matrix produzieren. Hauptziel von PDRN-Therapien zur Hautverjüngung.
Adenosin-Rezeptor (A2A)
G-Protein-gekoppelter Rezeptor, der durch PDRN aktiviert wird. Vermittelt anti-inflammatorische und pro-angiogene Signale.
Kollagen Typ I
Häufigstes Kollagen in der Dermis, verantwortlich für Zugfestigkeit und strukturelle Integrität. Nimmt mit dem Alter ab; PDRN fördert dessen Neusynthese.
Viskosität
Maß für die Fließfähigkeit eines Präparats. Niedrige Viskosität erlaubt feine Verteilung, hohe Viskosität hält Depots länger an Ort und Stelle.

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