AEVIJU PLUS Skinbooster – Profil, Indikationen, Ergebnisse aus der Praxis
AEVIJU PLUS kombiniert hochkonzentrierte Polynukleotide mit Hyaluronsäure in einem Skinbooster-Konzept, das sich gezielt an Behandler:innen richtet, die regenerative Effekte mit Hydratation verbinden möchten. Der folgende Beitrag beleuchtet das Produktprofil, typische Anwendungsgebiete und praxisrelevante Unterschiede zu etablierten Präparaten wie Profhilo H+L.
Produktprofil und Zusammensetzung
AEVIJU PLUS Skinbooster enthält 20 mg/ml Polynukleotide (PDRN) aus Lachssperma-DNA sowie 15 mg/ml niedermolekulare Hyaluronsäure. Diese Kombination zielt darauf ab, zelluläre Regeneration und Feuchtigkeitsbindung in einem Injektionsschritt zu vereinen. Die DNA-Fragmente stammen aus einem standardisierten Extraktionsverfahren, das eine gleichbleibende Molekülgröße zwischen 50 und 1500 Kilodalton gewährleistet.
Das Trägermedium ist ein gepufferter Phosphat-Puffer mit physiologischem pH-Wert. Die Sterilisation erfolgt durch Gamma-Bestrahlung. Jede Fertigspritze enthält 2 ml Lösung und ist für die intradermale oder subkutane Injektion vorgesehen. Die Lagerung bei 2 bis 8 Grad Celsius ist bis zum aufgedruckten Verfallsdatum möglich.
DNA-Quelle und Aufbereitung
Die Polynukleotide werden aus Lachssperma gewonnen, enzymatisch fragmentiert und mehrfach gereinigt. Dieser Prozess entfernt Proteine und Lipide, sodass nur die Nukleinsäure-Ketten übrig bleiben. Die Kompatibilität mit menschlichem Gewebe ist hoch, da die DNA-Struktur zwischen Spezies konserviert ist. Allergische Reaktionen auf die Nukleotide selbst sind selten dokumentiert.
Wirkmechanismus im Gewebe
Polynukleotide aktivieren Adenosin-A2A-Rezeptoren in Fibroblasten und Keratinozyten. Diese Rezeptor-Bindung stimuliert die Kollagen-Typ-I-Synthese und reduziert entzündliche Zytokine wie Interleukin-1β. Parallel dazu verbessert die niedermolekulare Hyaluronsäure die Wasserbindung in der extrazellulären Matrix. Aus unserer Erfahrung zeigt sich dieser Effekt besonders in Arealen mit dünner Dermis, etwa am Unterlid oder Dekolleté.
Die Kombination beider Wirkstoffe führt zu einer messbaren Zunahme der Hautdicke und Elastizität. Klinische Beobachtungen legen nahe, dass die Polynukleotide eine längere biologische Aktivität aufweisen als die Hyaluronsäure, die innerhalb von zwei bis drei Wochen abgebaut wird. Die regenerativen Effekte der DNA-Fragmente persistieren hingegen über mehrere Monate, da sie zelluläre Signalwege dauerhaft modulieren.
Indikationen und Behandlungsareale
AEVIJU PLUS eignet sich für Patient:innen mit ersten Zeichen der Hautalterung, die noch keine ausgeprägten Volumenverluste aufweisen. Typische Einsatzgebiete sind Gesicht, Hals, Dekolleté und Handrücken. Die Behandlung zielt weniger auf Volumenaufbau als auf Verbesserung von Hautqualität, Textur und Feuchtigkeitsgehalt.
In der täglichen Praxis wird das Präparat häufig gewählt, wenn Patient:innen eine subtile Auffrischung wünschen, ohne sofort sichtbare Konturveränderungen. Die intradermale Injektion erlaubt eine gleichmäßige Verteilung in großflächigen Arealen. Besonders nachgefragt von Behandler:innen ist die Anwendung im periorbitalen Bereich, wo klassische Filler aufgrund anatomischer Gegebenheiten schwieriger zu platzieren sind.
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen umfassen bekannte Allergien gegen Fischproteine, aktive Hautinfektionen im Behandlungsareal und schwere Autoimmunerkrankungen. Schwangerschaft und Stillzeit gelten als relative Kontraindikationen, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vorliegen. Patient:innen mit Gerinnungsstörungen oder unter Antikoagulation sollten über ein erhöhtes Hämatom-Risiko aufgeklärt werden.
Behandlungsablauf in der Praxis
Die Sitzung beginnt mit Reinigung und Desinfektion der Haut. Eine topische Anästhesie ist optional, wird aber bei schmerzempfindlichen Patient:innen empfohlen. Die Einwirkzeit beträgt 20 bis 30 Minuten. Anschließend erfolgt die Injektion mit einer 30- oder 32-Gauge-Nadel in die mittlere Dermis. Pro Areal werden kleine Depots von 0,05 bis 0,1 ml gesetzt, im Abstand von etwa einem Zentimeter.
Die typische Sitzungsdauer liegt bei 15 bis 20 Minuten für das gesamte Gesicht. Unmittelbar nach der Behandlung zeigen sich leichte Quaddeln, die innerhalb von zwei bis vier Stunden abklingen. Rötungen und Schwellungen sind normal und verschwinden meist am selben Tag. Patient:innen können direkt nach der Sitzung ihren Alltag fortsetzen, sollten aber intensive Sonneneinstrahlung und Sauna für 48 Stunden meiden.
Empfohlenes Behandlungsprotokoll
Die Erstbehandlung umfasst in der Regel zwei bis drei Sitzungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Nach dieser Initialphase wird eine Erhaltungsbehandlung alle sechs Monate empfohlen. Manche Anwender berichten von zufriedenstellenden Ergebnissen bereits nach einer Sitzung, insbesondere bei jüngeren Patient:innen mit milder Hautalterung. Die individuelle Reaktion variiert jedoch deutlich.
Weitere Informationen zu strukturierten Behandlungsabläufen finden sich im Beitrag PDRN-Behandlungsprotokolle – Sitzungen, Intervalle, Kombinationen.
Vergleich zu Profhilo H+L
Profhilo H+L enthält ausschließlich hochmolekulare und niedermolekulare Hyaluronsäure in einer thermisch stabilisierten Hybrid-Kooperativ-Komplex-Formulierung. AEVIJU PLUS setzt hingegen auf die Kombination von Polynukleotiden und Hyaluronsäure. Worauf sollten Praxen achten? Die Wahl hängt vom gewünschten Wirkmechanismus ab: Profhilo zielt primär auf Hydratation und Bio-Remodelling durch Hyaluronsäure, AEVIJU PLUS ergänzt dies um die regenerativen Effekte der DNA-Fragmente.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass Profhilo eine stärkere initiale Hydratation liefert, während AEVIJU PLUS längerfristige zelluläre Aktivierung verspricht. Die Injektionstechnik unterscheidet sich ebenfalls: Profhilo wird klassisch an fünf Bio-Aesthetic-Points pro Gesichtshälfte platziert, AEVIJU PLUS erlaubt eine freiere Verteilung über das gesamte Areal. Beide Präparate lassen sich auch kombinieren, etwa Profhilo für die Grundhydratation und AEVIJU PLUS für gezielte Regeneration in kritischen Zonen wie dem Unterlid.
Eine detaillierte Gegenüberstellung von PDRN vs. Hyaluronsäure-Skinbooster bietet weitere Entscheidungshilfen für die Produktwahl.
Patientenreaktion und Ergebnisse
Aus Erfahrung schätzen viele Patient:innen, dass die Ergebnisse schrittweise sichtbar werden und sich natürlich in das Hautbild einfügen. Die ersten Effekte zeigen sich nach etwa zwei Wochen, wenn die Polynukleotide die Kollagensynthese angeregt haben. Die Haut wirkt dann frischer, feiner und gleichmäßiger. Die maximale Wirkung tritt nach vier bis sechs Wochen ein und hält je nach individuellem Stoffwechsel drei bis sechs Monate an.
Typische Beobachtung im Behandler-Alltag: Patient:innen berichten von verbesserter Hautstruktur und reduzierter Trockenheit, weniger von sichtbarem Volumenaufbau. Dies entspricht dem Wirkprinzip des Präparats. Nebenwirkungen beschränken sich auf leichte Schwellungen und gelegentliche Hämatome an den Einstichstellen. Infektionen oder granulomatöse Reaktionen sind in der Fachliteratur selten dokumentiert.
Langzeitbeobachtungen
Aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen, dass regelmäßige PDRN-Anwendungen über zwölf Monate die Hautdicke messbar erhöhen und die Elastizität verbessern können. Die kumulativen Effekte sind besonders bei konsequenter Erhaltungstherapie erkennbar. Weitere Evidenz zu Polynukleotiden findet sich im Beitrag PDRN-Studienlage 2024–2026.
Häufige Fragen aus der Praxis
Wie unterscheidet sich AEVIJU PLUS von reinen PDRN-Präparaten wie PolyPhil?
AEVIJU PLUS kombiniert Polynukleotide mit Hyaluronsäure, während PolyPhil-Produkte ausschließlich DNA-Fragmente enthalten. Die Hyaluronsäure in AEVIJU PLUS liefert zusätzliche Hydratation, die PDRN-Komponente fokussiert auf zelluläre Regeneration. PolyPhil-Präparate sind spezifischer auf einzelne Indikationen zugeschnitten, etwa PolyPhil Eye für den periorbitalen Bereich.
Kann AEVIJU PLUS mit anderen Fillern kombiniert werden?
Ja, die Kombination mit Hyaluronsäure-Fillern oder Botulinumtoxin ist möglich. Empfohlen wird ein zeitlicher Abstand von zwei Wochen zwischen den Behandlungen, um Entzündungsreaktionen zu minimieren. In der täglichen Praxis wird AEVIJU PLUS oft als Basis-Behandlung eingesetzt, gefolgt von gezieltem Volumenaufbau mit klassischen Fillern.
Wie lange hält das Ergebnis nach einer Behandlungsserie an?
Nach zwei bis drei Initialsitzungen bleibt die Verbesserung der Hautqualität typischerweise drei bis sechs Monate sichtbar. Die individuelle Haltbarkeit hängt von Alter, Lebensstil und Hautzustand ab. Erhaltungsbehandlungen alle sechs Monate verlängern die Effekte.
Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung im Augenbereich?
Die intradermale Injektion im periorbitalen Bereich erfordert Erfahrung, ist aber grundsätzlich möglich. Aufgrund der dünnen Haut und der Nähe zu sensiblen Strukturen sollten kleinere Depots und eine flachere Injektionstiefe gewählt werden. Weitere Hinweise zur PDRN-Anwendung im Augenbereich bieten praxisnahe Orientierung.
Welche Aufklärungspunkte sind vor der Behandlung wichtig?
Patient:innen sollten über mögliche Schwellungen, Rötungen und Hämatome informiert werden. Zudem ist der Hinweis wichtig, dass die Ergebnisse schrittweise eintreten und keine sofortige Volumenveränderung zu erwarten ist. Bei bekannter Fischallergie muss die Behandlung kontraindiziert werden.
Glossar
- Polynukleotide (PDRN)
- DNA-Fragmente aus Lachssperma, die über Adenosin-Rezeptoren zelluläre Regeneration und Kollagensynthese stimulieren.
- Niedermolekulare Hyaluronsäure
- Hyaluronsäure mit geringem Molekulargewicht, die tief in die Dermis eindringt und Feuchtigkeit bindet.
- Adenosin-A2A-Rezeptor
- Zellmembran-Rezeptor, der bei Aktivierung entzündungshemmende und regenerative Signalwege auslöst.
- Intradermale Injektion
- Einbringen von Substanzen in die mittlere Hautschicht (Dermis), typischerweise mit feinen Nadeln.
- Bio-Remodelling
- Prozess der Hautrestrukturierung durch Stimulation körpereigener Reparaturmechanismen ohne primären Volumenaufbau.
- Quaddeln
- Kleine, vorübergehende Erhebungen der Haut an den Injektionsstellen, die durch das eingebrachte Volumen entstehen.
- Kollagen Typ I
- Häufigstes Strukturprotein der Haut, verantwortlich für Festigkeit und Elastizität.
- Extrazelluläre Matrix
- Netzwerk aus Proteinen und Polysacchariden, das Hautzellen umgibt und strukturelle Unterstützung bietet.