Nose Thread Lift: Die HIKO Nasenkorrektur mit Fäden
Der Nose Thread Lift, auch HIKO Nasenkorrektur genannt, formt die Nase mittels spezieller PDO/PCL-Fäden minimalinvasiv. Die Technik erlaubt es, den Nasenrücken zu definieren und die Nasenspitze anzuheben, ohne chirurgisch zu arbeiten.
- Definiert den Nasenrücken und hebt die Nasenspitze durch präzise platzierte Zugfäden an.
- Verwendet biokompatible, resorbierbare PDO- oder PCL-Fäden, die die Kollagensynthese anregen.
- Bietet temporäre Ergebnisse von 12 bis 24 Monaten, abhängig von Material und individuellen Faktoren.
- Erfordert fortgeschrittene Kenntnisse der nasalen Anatomie und darf nur von qualifizierten Fachanwendern durchgeführt werden.

Was ist ein Nose Thread Lift (HIKO-Technik)?
Der Nose Thread Lift, bekannt als HIKO-Technik (aus dem Koreanischen „Hi-Ko“ für „hohe Nase“), formt und hebt die Nase mittels resorbierbarer Fäden minimalinvasiv an. Anders als bei der chirurgischen Rhinoplastik braucht es weder Narkose noch Skalpell. Stattdessen werden biokompatible Fäden, meist aus Polydioxanon (PDO) oder Poly-L-Milchsäure (PLLA), subkutan platziert. Sie verleihen dem Nasenrücken mehr Definition und heben die Nasenspitze an. Die Fäden bilden ein stützendes Gerüst. Gleichzeitig regen sie die Kollagenproduktion an, was zu einem langanhaltenden, aber nicht permanenten Ergebnis führt. Das Verfahren ist anspruchsvoll und setzt qualifizierte Fachanwender voraus. Es bietet eine Alternative zu Dermal Fillern bei spezifischen Indikationen.
Indikationen für eine HIKO Nasenkorrektur
- Anhebung einer abgesunkenen Nasenspitze (Tip Lift).
- Begradigung und Definition des Nasenrückens.
- Optische Verschmälerung einer breiten Nase.
- Korrektur leichter Asymmetrien und Unregelmäßigkeiten.
- Aufbau einer flachen Nasenbrücke, insbesondere bei asiatischen oder afrikanischen Nasentypen.
Welche Fäden eignen sich für die HIKO-Technik?
Die Auswahl der richtigen Fäden ist entscheidend für Erfolg und Sicherheit der HIKO Nasenkorrektur. Für diese Indikation kommen ausschließlich Fäden mit Widerhaken (COG-Fäden) zum Einsatz. Nur sie bieten die nötige Zug- und Haltekraft, um das Gewebe zu stützen und zu formen. Glatte Fäden sind hierfür ungeeignet. Die Fäden müssen eine ausreichende Stärke und Länge aufweisen, um die anatomischen Strukturen der Nase sicher zu fassen und zu modellieren. In unserem Sortiment finden Sie eine Auswahl an CE-zertifizierten Fadenlifting-Produkten, die sich für anspruchsvolle Indikationen wie die Nasenkorrektur eignen. Die Wahl des Materials hängt von der gewünschten Haltbarkeit und den spezifischen Patientengegebenheiten ab.
Materialeigenschaften: PDO, PCL und PLACL
PDO-Fäden (Polydioxanon) gelten als Goldstandard. Sie bieten hohe Zugfestigkeit und regen die Kollagensynthese stark an. Ihre Haltbarkeit beträgt ca. 6 bis 9 Monate. PCL-Fäden (Polycaprolacton) sind weicher und flexibler. Ihre Resorptionszeit liegt bei bis zu 24 Monaten. PLACL-Fäden kombinieren die Vorteile von PCL und PLLA. Sie bieten eine gute Balance aus Festigkeit und Langlebigkeit. Ein tiefergehendes Verständnis der Materialien finden Sie in unserem Leitfaden für resorbierbare Fäden.
Fadentypen: COG-Fäden für optimalen Halt
COG-Fäden sind mit mikroskopisch kleinen Widerhaken ausgestattet, die sich im subkutanen Gewebe verankern. Das ermöglicht es, das Gewebe präzise zu heben und zu stützen, was für die strukturelle Veränderung der Nase unerlässlich ist. Es gibt verschiedene Arten von COG-Fäden, darunter bidirektionale oder multidirektionale. Deren Auswahl hängt von der spezifischen Technik und dem zu behandelnden Areal ab. Der Unterschied zwischen Zugfäden und glatten Fäden ist fundamental, wie unser Beitrag Glatte Fäden vs. Widerhakenfäden erläutert.
Ablauf der HIKO Nasenkorrektur: Schritt-für-Schritt
- Patientenaufklärung und Anamnese: Umfassende Beratung über realistische Ergebnisse, Risiken und Abklärung von Kontraindikationen.
- Anatomische Analyse und Markierung: Präzises Einzeichnen der Eintrittspunkte und der Vektoren entlang des Nasenrückens und der Columella.
- Desinfektion und Lokalanästhesie: Aseptische Vorbereitung des Behandlungsareals und gezielte Infiltration von Lokalanästhetikum.
- Schaffung des Zugangskanals: Setzen einer kleinen Punktion mit einer scharfen Nadel am vordefinierten Eintrittspunkt, typischerweise an der Nasenspitze.
- Einführung der Fäden: Insertion der COG-Fäden mittels einer stumpfen Kanüle durch den Zugangskanal entlang der vorgezeichneten Linien.
- Positionierung und Verankerung: Sorgfältige Platzierung der Fäden und Aktivierung der Widerhaken durch sanften Zug, um das Gewebe zu fassen.
- Modellierung und Fadenschnitt: Manuelle Formung der Nase zur Erreichung des gewünschten Ergebnisses und bündiges Abschneiden der Fadenenden unter der Haut.
- Abschlusspflege: Versorgung der Eintrittsstelle mit einem Pflaster und Empfehlungen zur Kühlung und Nachsorge.
Vorteile und Grenzen des Nose Thread Lifts
| Vorteile | Grenzen |
|---|---|
| Minimal-invasives Verfahren ohne Operation | Nicht für massive Deformitäten oder Höcker geeignet |
| Kurze Behandlungsdauer (ca. 30-45 Minuten) | Ergebnis ist temporär (ca. 12-18 Monate) |
| Geringe bis keine Ausfallzeit für den Patienten | Keine Korrektur knöcherner Strukturen möglich |
| Sofort sichtbare, aber natürlich wirkende Ergebnisse | Erfordert hohe anatomische Kenntnisse des Anwenders |
| Biostimulation durch Kollagenneogenese | Risiko von Asymmetrie bei unsachgemäßer Technik |
| Vollständig resorbierbar und reversibel | Nicht zur Verkleinerung der Nase geeignet |
Risikomanagement und Patientenauswahl
Eine sorgfältige Patientenauswahl ist für den Erfolg der HIKO-Technik unerlässlich. Absolute Kontraindikationen umfassen aktive Hautinfektionen im Behandlungsareal, bekannte Allergien gegen das Fadenmaterial, Autoimmunerkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie unrealistische Erwartungen. Zu den häufigen, aber meist vorübergehenden Nebenwirkungen zählen Schwellungen, Hämatome, leichte Schmerzen und ein Spannungsgefühl. Ernste, aber seltene Risiken beinhalten Infektionen, Fadenmigration oder -extrusion, Granulombildung und im schlimmsten Fall Gefäßkompromittierung. Ein fundiertes Wissen über die nasale Gefäßanatomie ist daher zwingend erforderlich, um Risiken zu minimieren. Ein detailliertes Aufklärungsgespräch über alle potenziellen Risiken ist vor jeder Behandlung durchzuführen.
Wichtige Hinweise für professionelle Anwender
Häufig gestellte Fragen
Wie lange hält das Ergebnis einer HIKO Nasenkorrektur an?
Das Ergebnis eines Nose Thread Lifts hält in der Regel 12 bis 18 Monate. Die Haltbarkeit hängt von der Art und Anzahl der verwendeten PDO/PCL-Fäden, dem individuellen Metabolismus des Patienten und der Injektionstechnik ab. Für ein langanhaltendes Resultat können Auffrischungsbehandlungen empfohlen werden.
Welche Fäden eignen sich am besten für ein Nose Thread Lift?
Für die HIKO Nasenkorrektur werden primär zugfeste Fäden aus Polydioxanon (PDO) oder Polycaprolacton (PCL) mit Widerhaken (Cogs) verwendet. Diese bieten die nötige Stabilität, um den Nasenrücken anzuheben und die Nasenspitze zu definieren. Die Auswahl der Fadenstärke und -länge richtet sich nach der Anatomie und dem Behandlungsziel.
Was sind die häufigsten Risiken bei einem HIKO Fadenlifting?
Zu den häufigsten, meist temporären Risiken zählen Schwellungen, Hämatome, leichte Schmerzen und ein Spannungsgefühl. Seltener können Asymmetrien, sichtbare oder fühlbare Fäden, Infektionen oder eine Extrusion des Fadens auftreten. Eine fundierte Ausbildung und präzise Technik minimieren diese Risiken erheblich.
Ist ein Nasenfadenlifting mit Hyaluron-Fillern kombinierbar?
Ja, die Kombination eines Nose Thread Lifts mit Hyaluronsäure-Fillern ist eine gängige und effektive Methode. Während die Fäden für Struktur und Anhebung sorgen, können Filler gezielt Volumen aufbauen und feine Konturen korrigieren. Die Behandlungen sollten jedoch mit zeitlichem Abstand oder in einer sorgfältig geplanten Sitzung erfolgen.
Welche Faktoren bestimmen die Behandlungskosten für den Endkunden?
Die Kosten für ein Nose Thread Lift setzen sich aus dem Materialverbrauch (Anzahl und Art der Fäden) und dem ärztlichen Honorar zusammen. Die Komplexität des Eingriffs, die anatomischen Gegebenheiten und die gewünschte Korrektur beeinflussen den Materialeinsatz und somit den Endpreis für den Patienten.
Kann ein HIKO Nose Thread Lift eine chirurgische Rhinoplastik ersetzen?
Ein Fadenlifting ist eine minimalinvasive Alternative für moderate Korrekturen wie die Anhebung der Nasenspitze oder die Begradigung des Nasenrückens. Es kann eine chirurgische Rhinoplastik jedoch nicht ersetzen, wenn es um starke Deformitäten, knöcherne Korrekturen oder eine Verkleinerung der Nase geht.
Welche Nachsorge-Hinweise sind für Patienten nach der Behandlung entscheidend?
Empfehlen Sie Ihren Patienten, für ca. 48 Stunden auf Druck, starke Mimik und das Tragen von schweren Brillen zu verzichten. Sport, Sauna und direkte Sonneneinstrahlung sollten für etwa eine Woche gemieden werden. Eine detaillierte Aufklärung über die korrekte Nachsorge ist essenziell für ein optimales Ergebnis.
Glossar
- Biokompatibilität
- Materialeigenschaft, vom Körper ohne signifikante Abstoßungsreaktionen toleriert zu werden. Eine Grundvoraussetzung für alle resorbierbaren Lifting-Fäden.
- Columella
- Der Nasensteg zwischen den Nasenlöchern. Ein primärer Ansatzpunkt beim HIKO Nose Thread Lift, um die Nasenspitze anzuheben und zu definieren.
- Dorsal Threads
- Spezielle Fäden zur Augmentation des Nasenrückens (Dorsum nasi). Sie werden zur Schaffung einer geraden, definierten Profillinie eingesetzt.
- HIKO
- Abkürzung für „High Nose“. Bezeichnet die aus Korea stammende Fadenlifting-Technik, die auf die Anhebung und Formung der Nase ohne Chirurgie abzielt.
- Kanüle (stumpf)
- Führungsinstrument mit abgerundeter Spitze zum atraumatischen Einbringen der Fäden. Reduziert das Risiko von Gefäßverletzungen und Hämatomen.
- Kollagen-Neogenese
- Die körpereigene Neubildung von Kollagenfasern, angeregt durch die Präsenz der resorbierbaren Fäden. Sorgt für einen langanhaltenden Straffungseffekt.
- PDO (Polydioxanon)
- Ein seit Jahrzehnten in der Chirurgie bewährtes, vollständig resorbierbares Fadenmaterial. Die Auflösungsdauer beträgt typischerweise 6-8 Monate.
- PLACL
- Poly-L-Lactid-co-ε-Caprolacton. Ein modernes Fadenmaterial mit längerer Haltbarkeit und stärkerer Kollagenstimulation im Vergleich zu reinem PDO.
- Spannungsvektoren
- Geplante Zugrichtungen, entlang derer die Fäden platziert werden, um das Gewebe zu heben und zu stützen. Entscheidend für das ästhetische Resultat.