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Fadentypen Glatte Fäden vs. Widerhakenfäden erklärt

Die Wahl der richtigen Fadentypen, ob glatte Fäden (Biostimulation) vs. Widerhakenfäden (Lifting), ist entscheidend für das Behandlungsergebnis. Glatte Fäden fokussieren auf die Kollageninduktion, während Widerhakenfäden ein mechanisches Lifting bewirken. Wir erläutern die Unterschiede für Ihre Praxis.

  • Nutzen Sie glatte Fäden (Mono, Screw) primär zur Kollagen-Biostimulation und zur Hautverdichtung.
  • Wählen Sie Widerhakenfäden (COG) für ein sofortiges mechanisches Lifting und zur Konturierung des Gewebes.
  • Verstehen Sie den Unterschied: Biostimulation (glatt) vs. mechanische Verankerung und Zug (Widerhaken).
  • Richten Sie die Fadenauswahl stets nach der individuellen Indikation und dem gewünschten Behandlungsergebnis aus.
Glatte Fäden (Biostimulation) vs. Widerhakenfäden (Lifting): Der Profi-Vergleich

Fadentypen im Überblick: Was müssen Anwender wissen?

Die Wahl des richtigen Fadentyps ist entscheidend für den Erfolg einer Fadenlifting-Behandlung. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Hauptkategorien: glatten Fäden, die primär die Biostimulation anregen, und Widerhakenfäden (auch COG-Fäden genannt), die ein mechanisches Lifting ermöglichen. Jeder Fadentyp hat spezifische Eigenschaften, Indikationen und Implantationstechniken. Für professionelle Anwender ist es unerlässlich, die Unterschiede zu verstehen, um für jeden Patienten und jedes Behandlungsziel das optimale Produkt auszuwählen. Dieser Leitfaden bietet Ihnen einen strukturierten Überblick über die verschiedenen Fadentypen und deren primäre Anwendungsbereiche in der ästhetischen Medizin. Eine fundierte Kenntnis der resorbierbaren Fäden ist die Basis für sichere und effektive Ergebnisse.

Glatte Fäden: Der Fokus liegt auf Biostimulation

Glatte Fäden, oft als Mono-Fäden bezeichnet, dienen nicht dem primären Hebeeffekt, sondern der Revitalisierung und Festigung der Haut von innen. Ihr Wirkprinzip basiert auf der gezielten Induktion der Kollagenese. Nach der Implantation in die Dermis oder Subdermis baut der Körper das Fadenmaterial (z.B. PDO) ab. Dieser Prozess stimuliert die Fibroblasten, neues Kollagen und Elastin zu produzieren. Das Ergebnis ist eine schrittweise Verbesserung der Hauttextur, Dichte und Elastizität. Glatte Fäden werden typischerweise in einem netzartigen Muster (Meshing) platziert, um eine flächige Hautverjüngung zu erzielen. Sie eignen sich hervorragend zur Behandlung von feinen Linien, zur Straffung schlaffer Hautpartien wie an den Wangen, am Hals oder am Dekolleté und zur allgemeinen Verbesserung der Hautqualität. In unserem Fadenlifting-Sortiment finden Sie eine Auswahl hochwertiger glatter Fäden.

Mono-Fäden

Mono-Fäden sind die einfachste Form der glatten Fäden. Sie bestehen aus einem einzelnen, glatten Filament und werden zur flächigen Einbringung genutzt, um die Kollagenproduktion breitflächig anzuregen. Sie sind ideal für Einsteiger und zur Behandlung größerer Areale mit beginnendem Elastizitätsverlust.

Screw- & Tornado-Fäden

Screw-Fäden sind um die Nadel gewickelte Mono-Fäden. Diese spiralförmige Struktur sorgt für ein leichtes initiales Volumen und eine intensivere Stimulation der Kollagensynthese auf einer konzentrierteren Fläche. Sie eignen sich gut zur Akzentuierung von Konturen oder zur Behandlung tieferer Falten, wie der Nasolabialfalte.

Widerhakenfäden: Mechanisches Lifting und Konturierung

Widerhakenfäden, auch COG-Fäden (von engl. „cog“ für Widerhaken) genannt, sind für den sofortigen Lifting-Effekt konzipiert. Sie sind mit winzigen, uni- oder bidirektional ausgerichteten Widerhaken ausgestattet. Diese verankern sich nach der Implantation im Unterhautfettgewebe (SMAS-Ebene). Durch sanften Zug am Faden kann das abgesunkene Gewebe repositioniert und angehoben werden. Das Ergebnis ist eine sofort sichtbare Straffung und Neudefinition von Konturen, beispielsweise der Jawline, der Wangen oder der Augenbrauen. Zusätzlich zur mechanischen Wirkung regen auch COG-Fäden die Kollagenproduktion an, was den Lifting-Effekt langfristig stabilisiert. Die Anwendung von Widerhakenfäden erfordert fortgeschrittene Kenntnisse der Anatomie und spezielle Schulungen, um optimale und sichere Ergebnisse zu gewährleisten.

Bidirektionale COG-Fäden

Diese Fäden haben Widerhaken, die in zwei entgegengesetzte Richtungen zeigen. Sie ermöglichen eine starke Verankerung und einen effektiven Zug, ohne dass der Faden an einem festen Punkt fixiert werden muss. Sie sind der Standard für viele Lifting-Anwendungen im Mittelgesicht und an der Kinnlinie.

Multidirektionale & geformte Fäden

Fortschrittliche COG-Fäden verfügen über komplexere Widerhaken-Anordnungen (z.B. 3D oder 4D) für eine noch stärkere und langanhaltendere Verankerung im Gewebe. Geformte Fäden (Molding Cogs) werden nicht geschnitten, sondern gepresst, was die Struktur der Widerhaken stabiler macht und die Zugfestigkeit erhöht.

Direkter Vergleich: Glatte Fäden vs. Widerhakenfäden

Merkmal Glatte Fäden (Mono/Screw) Widerhakenfäden (COG)
Wirkprinzip Primär Biostimulation (Kollagenese), leichte Volumenkorrektur Primär mechanisches Lifting, sekundär Biostimulation
Hauptindikation Hauttexturverbesserung, Festigung, feine Linien Anheben von abgesunkenem Gewebe, Konturierung (z.B. Jawline)
Implantationstiefe Intradermal / Subdermal Subkutanes Fettgewebe (SMAS-Nähe)
Soforteffekt Minimal bis keiner; Effekt entwickelt sich über Wochen Sofort sichtbarer Lifting-Effekt
Anwender-Erfahrung Geeignet für Einsteiger in das Fadenlifting Erfordert fortgeschrittene Kenntnisse und Erfahrung

Materialwahl: PDO, PCL und PLACL im Überblick

Das Material des Fadens bestimmt dessen Resorptionsdauer und die Intensität der Biostimulation. Die gängigsten Materialien sind Polydioxanon (PDO), Polycaprolacton (PCL) und eine Mischung aus PCL und Polymilchsäure (PLACL). PDO-Fäden, wie unsere Bijou PDO-Fäden, haben eine Resorptionszeit von etwa 6-9 Monaten und sind für ihre starke kollagenstimulierende Wirkung bekannt. PCL-Fäden verbleiben mit 18-24 Monaten deutlich länger im Gewebe und sorgen für eine langanhaltende, aber sanftere Stimulation. PLACL-Fäden, wie die von Aqulift, kombinieren die Vorteile beider Materialien und bieten eine mittlere Resorptionsdauer bei gleichzeitig starker und elastischer Zugkraft. Die Wahl des Materials sollte sich nach dem Behandlungsziel, der Hautbeschaffenheit des Patienten und der gewünschten Wirkungsdauer richten.

Die richtige Auswahl für Ihre Praxis treffen

Häufig gestellte Fragen zu Fadentypen

Was ist der Hauptunterschied zwischen glatten und Widerhakenfäden?

Glatte Fäden dienen primär der Biostimulation zur Kollageninduktion und Hautverdichtung, ohne mechanischen Zug. Widerhakenfäden (COG-Fäden) hingegen verankern sich im Gewebe und erzeugen einen sofortigen, sichtbaren Lifting-Effekt zur Konturierung abgesunkener Partien.

Für welche Indikationen sind glatte Fäden vs. Widerhakenfäden geeignet?

Glatte Fäden eignen sich ideal zur flächigen Verbesserung der Hautqualität, z.B. bei feinen Linien an Wangen oder Hals. Widerhakenfäden werden gezielt für das Anheben von Strukturen wie der Jawline, den Wangenknochen oder den Augenbrauen eingesetzt, um Ptosen zu korrigieren.

Kann man glatte Fäden und Widerhakenfäden in einer Behandlung kombinieren?

Ja, die Kombination ist eine fortschrittliche und sehr effektive Methode für ein umfassendes Ergebnis. Dabei sorgen Widerhakenfäden für das strukturelle Lifting, während glatte Fäden ergänzend die Hautqualität im behandelten Areal durch Biostimulation verbessern.

Wie beeinflusst das Fadenmaterial die Wahl zwischen Biostimulation und Lifting?

Das Material (z.B. PDO, PCL) bestimmt die Verweildauer und die Intensität der Kollagenese, nicht primär den Lifting-Effekt. Langlebige Materialien wie PCL können sowohl für glatte als auch für Widerhakenfäden verwendet werden, um ein nachhaltigeres Ergebnis zu erzielen.

Welche Fadentypen eignen sich am besten für die Nasolabialfalte?

Zur Behandlung der Nasolabialfalte können beide Fadentypen sinnvoll sein. Widerhakenfäden heben das Mittelgesicht an und reduzieren so die Faltentiefe indirekt, während direkt in die Falte eingebrachte glatte Fäden das Volumen durch Kollagenaufbau lokal verbessern.

Wie wähle ich den richtigen Fadentyp für mein Praxis-Portfolio aus?

Die Auswahl sollte sich an den häufigsten Bedürfnissen Ihrer Patienten orientieren. Eine Grundausstattung umfasst meist glatte Fäden für die Hautverjüngung und einige Varianten von COG-Fäden für gängige Lifting-Indikationen. Gerne beraten wir Sie bei der Zusammenstellung.

Glossar: Wichtige Fachbegriffe

Biostimulation
Stimulation körpereigener Regenerationsprozesse, insbesondere der Kollagenneubildung, durch eingebrachte Materialien wie glatte Fäden.
Cog-Fäden
Fäden mit mikroskopisch kleinen Widerhaken (Cogs), die sich im Gewebe verankern und einen sofortigen mechanischen Lifting-Effekt ermöglichen.
Fibroblasten
Bindegewebszellen, die durch den Faden stimuliert werden und für die Produktion von Kollagen und Elastin verantwortlich sind.
Kanüle (stumpf)
Atraumatische Führungskanüle zur Platzierung von Fäden. Reduziert das Risiko von Gefäßverletzungen und Hämatomen im Vergleich zu scharfen Nadeln.
Kollagenese
Der gezielt induzierte Prozess der Neusynthese von Kollagenfasern im Gewebe als Reaktion auf den Faden, was zu einer Straffung der Haut führt.
PCL (Polycaprolacton)
Ein resorbierbares Polymer mit langer Wirkdauer (bis zu 24 Monate). Es stimuliert die Kollagenese und bietet eine langanhaltende Biostimulation.
PDO (Polydioxanon)
Ein in der Chirurgie bewährtes, vollständig resorbierbares Nahtmaterial. Es löst sich nach ca. 6-8 Monaten auf und induziert eine starke Kollagenese.
PLACL
Ein Hybridpolymer (Poly-L-Lactid-co-ε-Caprolacton), das Elastizität mit einer starken kollagenstimulierenden Wirkung kombiniert.
Vektortechnik
Applikationstechnik, bei der Lifting-Fäden entlang prädefinierter Vektoren platziert werden, um das Gewebe gezielt anzuheben und neu zu positionieren.
Zugfestigkeit
Die maximale mechanische Spannung, der ein Faden widerstehen kann, bevor er reißt. Ein entscheidender Faktor für die Effektivität von Widerhakenfäden.

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