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Fadentypen Glatte Fäden vs. Widerhakenfäden erklärt

Die Wahl des Fadentyps bestimmt das Behandlungsergebnis. Glatte Fäden setzen auf Kollageninduktion, Widerhakenfäden auf mechanisches Lifting. Wir zeigen, wann welcher Typ zum Einsatz kommt und worauf es in der Praxis ankommt.

  • Nutzen Sie glatte Fäden (Mono, Screw) primär zur Kollagen-Biostimulation und zur Hautverdichtung.
  • Wählen Sie Widerhakenfäden (COG) für ein sofortiges mechanisches Lifting und zur Konturierung des Gewebes.
  • Verstehen Sie den Unterschied: Biostimulation (glatt) vs. mechanische Verankerung und Zug (Widerhaken).
  • Richten Sie die Fadenauswahl stets nach der individuellen Indikation und dem gewünschten Behandlungsergebnis aus.
Glatte Fäden (Biostimulation) vs. Widerhakenfäden (Lifting): Der Profi-Vergleich

Fadentypen im Überblick: Was müssen Anwender wissen?

Bei Fadenliftings unterscheiden wir zwei Kategorien: glatte Fäden zur Biostimulation und Widerhakenfäden (COG-Fäden) für mechanisches Lifting. Jeder Typ hat spezifische Eigenschaften und Indikationen. In der täglichen Praxis zeigt sich: Die richtige Auswahl hängt vom Patientenwunsch, dem Hautzustand und der anatomischen Region ab. Glatte Fäden arbeiten über die Induktion von Kollagenneubildung. Widerhakenfäden verankern sich im Gewebe und heben es sofort an. Wer beide Techniken beherrscht, kann für nahezu jede Ausgangssituation eine passende Lösung anbieten. Eine fundierte Kenntnis der resorbierbaren Fäden bildet die Grundlage für sichere Behandlungen.

Glatte Fäden: Der Fokus liegt auf Biostimulation

Glatte Fäden, häufig als Mono-Fäden bezeichnet, heben nicht direkt an. Ihr Wirkprinzip basiert auf der gezielten Induktion von Kollagen. Nach der Implantation in die Dermis oder Subdermis baut der Körper das Fadenmaterial ab. Dieser Prozess aktiviert Fibroblasten, die neues Kollagen und Elastin produzieren. Das Ergebnis entwickelt sich über Wochen: Die Haut wird dichter, fester, elastischer. Glatte Fäden werden meist in einem netzartigen Muster platziert. Sie eignen sich gut für feine Linien, schlaffe Hautpartien an Wangen, Hals oder Dekolleté und zur allgemeinen Verbesserung der Hautqualität. Aus unserer Erfahrung schätzen viele Patienten besonders, dass keine Ausfallzeit entsteht und das Ergebnis natürlich wirkt. In unserem Fadenlifting-Sortiment finden Sie eine Auswahl hochwertiger glatter Fäden.

Mono-Fäden

Mono-Fäden bestehen aus einem einzelnen, glatten Filament. Sie werden flächig eingebracht, um die Kollagenproduktion breitflächig anzuregen. Ideal für Einsteiger und zur Behandlung größerer Areale mit beginnendem Elastizitätsverlust.

Screw- & Tornado-Fäden

Screw-Fäden sind spiralförmig um die Nadel gewickelte Mono-Fäden. Diese Struktur sorgt für ein leichtes initiales Volumen und eine intensivere Stimulation auf konzentrierter Fläche. Sie eignen sich gut zur Akzentuierung von Konturen oder zur Behandlung tieferer Falten wie der Nasolabialfalte.

Widerhakenfäden: Mechanisches Lifting und Konturierung

Widerhakenfäden (COG-Fäden) erzeugen einen sofortigen Lifting-Effekt. Sie sind mit winzigen, uni- oder bidirektional ausgerichteten Widerhaken ausgestattet, die sich nach der Implantation im Unterhautfettgewebe verankern. Durch sanften Zug am Faden lässt sich abgesunkenes Gewebe repositionieren und anheben. Das Ergebnis ist direkt nach der Behandlung sichtbar: eine straffere Jawline, definierte Wangen oder angehobene Augenbrauen. Zusätzlich zur mechanischen Wirkung regen auch COG-Fäden die Kollagenproduktion an, was den Lifting-Effekt langfristig stabilisiert. Worauf sollte man achten? Die Anwendung erfordert fortgeschrittene Kenntnisse der Anatomie und spezielle Schulungen, um optimale und sichere Ergebnisse zu gewährleisten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine präzise Vektorplanung entscheidend ist.

Bidirektionale COG-Fäden

Diese Fäden haben Widerhaken, die in zwei entgegengesetzte Richtungen zeigen. Sie ermöglichen eine starke Verankerung und effektiven Zug, ohne dass der Faden an einem festen Punkt fixiert werden muss. Standard für viele Lifting-Anwendungen im Mittelgesicht und an der Kinnlinie.

Multidirektionale & geformte Fäden

Fortschrittliche COG-Fäden verfügen über komplexere Widerhaken-Anordnungen (z.B. 3D oder 4D) für eine noch stärkere und langanhaltendere Verankerung im Gewebe. Geformte Fäden (Molding Cogs) werden gepresst statt geschnitten, was die Struktur der Widerhaken stabiler macht und die Zugfestigkeit erhöht.

Direkter Vergleich: Glatte Fäden vs. Widerhakenfäden

Merkmal Glatte Fäden (Mono/Screw) Widerhakenfäden (COG)
Wirkprinzip Primär Biostimulation (Kollagenese), leichte Volumenkorrektur Primär mechanisches Lifting, sekundär Biostimulation
Hauptindikation Hauttexturverbesserung, Festigung, feine Linien Anheben von abgesunkenem Gewebe, Konturierung (z.B. Jawline)
Implantationstiefe Intradermal / Subdermal Subkutanes Fettgewebe (SMAS-Nähe)
Soforteffekt Minimal bis keiner; Effekt entwickelt sich über Wochen Sofort sichtbarer Lifting-Effekt
Anwender-Erfahrung Geeignet für Einsteiger in das Fadenlifting Erfordert fortgeschrittene Kenntnisse und Erfahrung

Materialwahl: PDO, PCL und PLACL im Überblick

Das Material bestimmt die Resorptionsdauer und die Intensität der Biostimulation. Die gängigsten Materialien sind Polydioxanon (PDO), Polycaprolacton (PCL) und eine Mischung aus PCL und Polymilchsäure (PLACL). PDO-Fäden, wie unsere Bijou PDO-Fäden, haben eine Resorptionszeit von etwa 6-9 Monaten und sind für ihre starke kollagenstimulierende Wirkung bekannt. PCL-Fäden verbleiben mit 18-24 Monaten deutlich länger im Gewebe. Sie sorgen für eine langanhaltende, aber sanftere Stimulation. PLACL-Fäden, wie die von Aqulift, kombinieren die Vorteile beider Materialien und bieten eine mittlere Resorptionsdauer bei gleichzeitig starker und elastischer Zugkraft. Die Wahl des Materials richtet sich nach dem Behandlungsziel, der Hautbeschaffenheit und der gewünschten Wirkungsdauer.

Die richtige Auswahl für Ihre Praxis treffen

Häufig gestellte Fragen zu Fadentypen

Was ist der Hauptunterschied zwischen glatten und Widerhakenfäden?

Glatte Fäden dienen primär der Biostimulation zur Kollageninduktion und Hautverdichtung, ohne mechanischen Zug. Widerhakenfäden (COG-Fäden) hingegen verankern sich im Gewebe und erzeugen einen sofortigen, sichtbaren Lifting-Effekt zur Konturierung abgesunkener Partien.

Für welche Indikationen sind glatte Fäden vs. Widerhakenfäden geeignet?

Glatte Fäden eignen sich ideal zur flächigen Verbesserung der Hautqualität, z.B. bei feinen Linien an Wangen oder Hals. Widerhakenfäden werden gezielt für das Anheben von Strukturen wie der Jawline, den Wangenknochen oder den Augenbrauen eingesetzt, um Ptosen zu korrigieren.

Kann man glatte Fäden und Widerhakenfäden in einer Behandlung kombinieren?

Ja, die Kombination ist eine fortschrittliche und sehr effektive Methode für ein umfassendes Ergebnis. Dabei sorgen Widerhakenfäden für das strukturelle Lifting, während glatte Fäden ergänzend die Hautqualität im behandelten Areal durch Biostimulation verbessern.

Wie beeinflusst das Fadenmaterial die Wahl zwischen Biostimulation und Lifting?

Das Material (z.B. PDO, PCL) bestimmt die Verweildauer und die Intensität der Kollagenese, nicht primär den Lifting-Effekt. Langlebige Materialien wie PCL können sowohl für glatte als auch für Widerhakenfäden verwendet werden, um ein nachhaltigeres Ergebnis zu erzielen.

Welche Fadentypen eignen sich am besten für die Nasolabialfalte?

Zur Behandlung der Nasolabialfalte können beide Fadentypen sinnvoll sein. Widerhakenfäden heben das Mittelgesicht an und reduzieren so die Faltentiefe indirekt, während direkt in die Falte eingebrachte glatte Fäden das Volumen durch Kollagenaufbau lokal verbessern.

Wie wähle ich den richtigen Fadentyp für mein Praxis-Portfolio aus?

Die Auswahl sollte sich an den häufigsten Bedürfnissen Ihrer Patienten orientieren. Eine Grundausstattung umfasst meist glatte Fäden für die Hautverjüngung und einige Varianten von COG-Fäden für gängige Lifting-Indikationen. Gerne beraten wir Sie bei der Zusammenstellung.

Glossar: Wichtige Fachbegriffe

Biostimulation
Stimulation körpereigener Regenerationsprozesse, insbesondere der Kollagenneubildung, durch eingebrachte Materialien wie glatte Fäden.
Cog-Fäden
Fäden mit mikroskopisch kleinen Widerhaken (Cogs), die sich im Gewebe verankern und einen sofortigen mechanischen Lifting-Effekt ermöglichen.
Fibroblasten
Bindegewebszellen, die durch den Faden stimuliert werden und für die Produktion von Kollagen und Elastin verantwortlich sind.
Kanüle (stumpf)
Atraumatische Führungskanüle zur Platzierung von Fäden. Reduziert das Risiko von Gefäßverletzungen und Hämatomen im Vergleich zu scharfen Nadeln.
Kollagenese
Der gezielt induzierte Prozess der Neusynthese von Kollagenfasern im Gewebe als Reaktion auf den Faden, was zu einer Straffung der Haut führt.
PCL (Polycaprolacton)
Ein resorbierbares Polymer mit langer Wirkdauer (bis zu 24 Monate). Es stimuliert die Kollagenese und bietet eine langanhaltende Biostimulation.
PDO (Polydioxanon)
Ein in der Chirurgie bewährtes, vollständig resorbierbares Nahtmaterial. Es löst sich nach ca. 6-8 Monaten auf und induziert eine starke Kollagenese.
PLACL
Ein Hybridpolymer (Poly-L-Lactid-co-ε-Caprolacton), das Elastizität mit einer starken kollagenstimulierenden Wirkung kombiniert.
Vektortechnik
Applikationstechnik, bei der Lifting-Fäden entlang prädefinierter Vektoren platziert werden, um das Gewebe gezielt anzuheben und neu zu positionieren.
Zugfestigkeit
Die maximale mechanische Spannung, der ein Faden widerstehen kann, bevor er reißt. Ein entscheidender Faktor für die Effektivität von Widerhakenfäden.

Fazit

Glatte Fäden und Widerhakenfäden verfolgen unterschiedliche Ansätze: Biostimulation versus mechanisches Lifting. Beide Techniken haben ihren festen Platz im Portfolio einer modernen Praxis. Entscheidend ist die korrekte Indikationsstellung. Wer die Materialien kennt, die anatomischen Ebenen beherrscht und die Erwartungen der Patienten realistisch einschätzt, erzielt langfristig zufriedenstellende Ergebnisse. SamaDerm bietet Ihnen ein Portfolio zertifizierter Fäden für höchste Ansprüche. Lassen Sie sich von unseren Experten beraten, um die optimale Produktauswahl für Ihre Praxis zu treffen.

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